Zusammen zurück ins Leben

Auszeichnung 26

Polytechnische Schule Urfahr

Schultyp: PTS

Bundesland: Oberösterreich

Projekt

Im Rahmen eines Theater- und Filmprojekts der Polytechnischen Schule Urfahr setzten sich Schülerinnen und Schüler ein Schuljahr lang mit dem Verhältnis von Mensch und KI auseinander. Das Projekt trägt den Titel Zusammen zurück ins Leben und fragt: Was kann die KI – was kann der Mensch?

Ausgangspunkt waren Workshops in Improvisationstheater, Tanz und Pantomime. Stück und Szenenbilder entwickelten sich in einem gemeinsamen Prozess mit den Schülerinnen und Schülern aus den Fachbereichen Kreativ und IT & Mediendesign. Nach der Aufführung des Theaterstücks entstand auf Wunsch der Jugendlichen die Idee, das Werk filmisch zu dokumentieren. Die Umsetzung erfolgte nach intensiven Proben im Deep Space des Ars Electronica Centers.

Keine der Schülerinnen und Schüler hatte sich zuvor mit Schauspiel oder Filmproduktion beschäftigt. Die Klasse umfasste 15 Nationen, davon einige mit geringen Deutschkenntnissen. Rein in die zauberhafte Welt des Theaters und Films, raus aus der Komfortzone – das war das Motto des Projekts.

Jurybegründung

Das Theater- und Filmprojekt Zusammen zurück ins Leben der Polytechnischen Schule Urfahr zeichnet sich durch eine außergewöhnliche pädagogische und künstlerische Leistung aus. Jugendliche einer Schulform, für die performativer Ausdruck kein selbstverständliches Terrain ist, stellen sich vor Publikum, entwickeln ein eigenes Stück und entscheiden selbst, es filmisch weiterzuverarbeiten.

Bei 15 Herkunftsnationen und teilweise geringen Deutschkenntnissen wird die Bühne zu einem Ausdrucksraum, der nicht primär sprachlich funktioniert – und gerade deshalb alle einbezieht. Besonders hervorzuheben ist die im Projekt angelegte Selbstwirksamkeit: Die Schülerinnen und Schüler erleben sich nicht als Konsumierende, sondern als Produzierende und Gestaltende eigener Medieninhalte. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch und KI wird nicht diskursiv, sondern performativ geführt.

Das Projekt erhält beim MLA 2026 eine Auszeichnung, weil es zeigt, dass Medienbildung an jeder Schulform möglich und wirksam ist – wenn sie Raum für Partizipation und die Erfahrung eigener Wirksamkeit schafft.