Fake News

Anerkennung 26

Mittelschule Waldbach

Schultyp: Mittelschule

Bundesland: Steiermark

Projekt

Ausgangspunkt des Projekts war, dass Schülerinnen und Schüler lernen sollten, Fake News zu erkennen, eigene Beispiele zu analysieren und verantwortungsvoll damit umzugehen. Eine vorangestellte Projektumweltanalyse bezog Schule, Eltern, Medien und die digitale Alltagswelt der Jugendlichen ein.

Das Projekt war fächerübergreifend angelegt und umfasste mehrere Unterrichtsphasen sowie die Erstellung eines Posters, das die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema zusammenfasst. Im Fach Digitale Grundbildung wurden die Grundlagen geklärt: Worum geht es bei Desinformation? Was sind Fake News und Fake Profile? Und wie lassen sich gefälschte Inhalte systematisch erkennen? Eine Schnitzeljagd führte die Klasse durch verschiedene Beispiele. Im Fach Deutsch stand die sprachliche Auseinandersetzung im Zentrum – die Reflexion über eigene Erfahrungen mit Fake News und das Verfassen eigener, bewusst verfremdeter Nachrichtenberichte. Im Fach Englisch arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit dem Material „How to Spot Fake News" und vertieften dabei sowohl Medien- als auch Sprachkompetenz.

Ergänzt wurde das Projekt durch die Schulsozialarbeit, die über Influencer, Selbstdarstellung und den Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken aufklärte. Zum Abschluss wurden die Ergebnisse gesammelt, diskutiert und auf Plakaten sowie digital präsentiert.

Jurybegründung

Das Projekt hebt sich von einer reinen „Awareness"-Maßnahme dadurch ab, dass es Desinformation nicht nur thematisiert, sondern eine aktive, produktive Aneignung ermöglicht: Die Lernenden verfassen eigene, bewusst verfremdete Nachrichtenberichte und erleben so am eigenen Werk, wie Fälschungen konstruiert werden und warum sie wirken. Dieser Perspektivenwechsel von Konsumierenden zu Gestaltenden entspricht dem Ansatz handlungsorientierter Medienpädagogik.

Hervorzuheben ist der konsequente fächerübergreifende Ansatz: Jedes Fach leistet einen eigenen, inhaltlich tragfähigen Beitrag – statt Fake News nur zu thematisieren, wird das Phänomen aus mehreren Perspektiven erschlossen. Die Vielzahl unterschiedlicher Unterrichtsmethoden – von der Schnitzeljagd über die Reflexion bis zur eigenen Produktion – ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, sich Inhalte selbst zu erarbeiten und theoretisches Wissen in praktischer Anwendung zu erproben. Ergänzt wird die inhaltliche Tiefe durch eine umsichtige Vor- und Nachbereitung, in die alle Akteurinnen und Akteure einbezogen wurden. Diese Strukturqualität trägt wesentlich zur Nachhaltigkeit des Projekts bei.

Eine Anerkennung beim MLA 2026 erhält das Projekt, weil es zeigt, wie handlungsorientierte Medienpädagogik fächerübergreifend, methodenvielfältig und unter Einbeziehung des gesamten schulischen Umfelds umgesetzt werden kann – und weil es die Lernenden nicht zu reinen Detektivinnen und Detektiven ausbildet, sondern zu kritischen, selbstgestaltenden Akteurinnen und Akteuren.