Die Schule der Zukunft: 2086

Anerkennung 26

Bundesgymnasium III "Musisches Gymnasium Salzburg"

Schultyp: AHS

Bundesland: Salzburg

Projekt

Im Unterrichtsgegenstand Kreatives Schreiben verfassten die Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Klasse AHS des Musischen Gymnasiums Salzburg ein Hörspiel zum Thema "Zukunft der Schule" und produzierten es in Zusammenarbeit mit der Radiofabrik Salzburg.

Das Ergebnis orientiert sich am Mockumentary-Genre – eine Mischung aus fiktiver Zeitreise-Geschichte und dokumentarischen Elementen. Ziel des Projekts war es, den Wert von Schule als realem Gemeinschafts- und Kulturort zu reflektieren – angesichts einer global wachsenden Tendenz zu Homeschooling, des Misstrauens gegenüber der Schule als staatlicher Institution und des Einflusses von KI auf zunehmend individualisierte Bildung.

Die Schülerinnen und Schüler erfanden Figuren und Szenen, sammelten in einem journalistischen Prozess O-Töne und Stimmen aus Schulgeschichte und -gegenwart, entwickelten daraus Interviews, Erinnerungen und fiktionale Meinungsbeiträge, erstellten das Gesamtkonzept, sprachen den Text professionell ein und gestalteten eine eigene Soundkulisse.

Das Hörspiel in seiner vollen Länge.

Jurybegründung

Das Projekt nutzt das Medium Hörspiel, um eine grundsätzliche bildungspolitische Frage zu verhandeln: Was ist der Wert von Schule als realem Gemeinschafts- und Kulturort? Die Lernenden projizieren diese Frage in eine fiktive Zukunft – ins Jahr 2086, in dem eine KI-Bildungsbehörde alle Schulen schließt und auf „Intelligent Homeschooling" umstellt.

Dieser Zukunftsentwurf ist ein Reflexionsraum: Von dort aus rückblickend wird ersichtlich, was Schule als physischer, sozialer und kultureller Ort leistet. Medienpädagogisch interessant ist die Wahl des Mockumentary-Genres: Die Lernenden mischen bewusst fiktive und dokumentarische Elemente – Zeitreise-Erzählung, Interviews, O-Töne – und verstehen dadurch, wie Medienrealität konstruiert wird. Indem das Projekt die eigene Institution zum Untersuchungsgegenstand macht, schlägt es einen Bogen von der Schulgeschichte zur demokratischen Gegenwartsfrage. Die Lernenden argumentieren den Wert von Schule mit selbst gesammelten Belegen aus 60 Jahren Schulgeschichte.

Dieses Projekt erhält beim MLA 2026 eine Anerkennung, weil es demokratische Bildungsarbeit ermöglicht, die von den Betroffenen selbst gestaltet wird.